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Geschrieben von: DD on Freitag, 03. September 2010 um 00:00
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VON DER POP-PRINZESSIN ZUM ROCK CHICK
Die Pop-Ikone der 80er wagt ein Comeback mit dem neuen Album „Come Out And Play“. Gegenüber Queer.ch erzählte Kim Wilde, weshalb das neue Album so toll ist, warum Nena ihre Inspiration ist und wie das Schweizer Publikum der Sängerin neuen Mut gab.
Queer.ch: Kim Wilde, dein neues Album „Come Out And Play“ ist raus und jeder spricht von einem Comeback, wie stehst du dazu? Wirklich „weg“ warst du nie.
Kim Wilde: Um ehrlich zu sein, es fühlt sich schon wie ein Comeback an. Es ist interessant und wohl von Land zu Land verschieden. Beispielsweise in Deutschland war ich immer wieder in den Charts. Im letzten Jahr hatte ich auch einen Hit in Schweden, der Song kam aber nie über die Landesgrenze hinaus.
Deine Plattenfirma spricht vom neuen Album als dein bestes seit 20 Jahren…
„Come out and play“ ist für mich wirklich ein Album, welches sich nach einem „Ganzen“ anfühlt. Die Songs darauf gehören zusammen und dies macht mich sehr glücklich.
Die Musik erinnert an deine frühen Hits, war das Teil des Konzepts?
Das Album hat in der Tat mehr Leidenschaft und Haltung als meine letzten Alben. Ich bin sehr stolz darauf.
Und noch immer ist es ein Familienprojekt. Dein Bruder Rick Wilde fungierte wiederum als Produzent.
Ricky und ich waren schon immer musikalisch auf gleicher Augenhöhe. In letzter Zeit haben wir jedoch nicht mehr zusammen gearbeitet. Mein letztes Album wurde zudem von Nena‘s Produzenten Uwe Fahrenkrog-Petersen produziert. Es wurde Zeit, wieder etwas familiäres zu machen. Und es war aufregend, wieder mit meinem Bruder im Studio zu sein.
Stichwort Nena: in vielerlei Hinsicht ähneln eure Karrieren einander sehr. Besteht schon seit den 80ern eine Freundschaft?
Wir sind uns früher immer wieder in deutschen TV-Shows begegnet, später dann leider nicht mehr. Als ich dann von Nena angefragt wurde, den Song „Anyplace, Anywhere, Anytime“ neu zu performen, war das wie ein Aufeinandertreffen zweier alter Freunde. Nena ist eine echte „foxy Lady“, sie überwältigt mich jedesmal mit ihrem Selbstvertrauen und ist eine Inspiration für mich!
Eine andere Pop-Ikone hat deinen Weg in den 80ern gekreuzt: Michael Jackson.
Ja, 1988 waren wir gemeinsam auf Tour, ich war sein Supporting-Act. Gerade hatte ich einen Nummer 1 Hit in den Staaten, auch Michael Jacksons „Bad“ dominierte die Charts. Etwa 30 Shows konnte ich mit ihm bestreiten, eine intensive und erfolgreiche Zeit. Aber auch ein riesiger Zirkus, mit dem wir unterwegs waren. Rückklickend betrachtet war ich auch ein wenig in Michael Jackson verknallt (lächelt) – jeder war damals in ihn verknallt.
Und viele Michael Jackson-Fans waren verknallt in dich, jedenfalls beim Konzert in Basel…
Basel war grossartig, ich erinner mich ganz genau! Das Publikum war erstaunlich. Einige der Leute aus dem Stab Jacksons waren sehr arrogant, sahen mich damals eher als kleines Anhängsel der Tour, nicht als eigenständiger Akt. Für mich war das hart. Aber als ich dann in Basel auf die Bühne trat, waren diese Gefühle verflogen, das Publikum flippte völlig aus! Da fühlte ich mich wieder wertvoll, als auch respektiert.
Neben der Musik hast du eine weitere Leidenschaft: Die Gartenarbeit. Du hast entsprechende Shows moderiert. Wie kam es dazu?
Ende der 90er zog ich mich vom Musikbusiness zurück - und ich hatte auch keinen Plattenvertrag mehr, war sozusagen arbeitslos. Die Karriere lief nicht mehr und mir fehlte nach 16 Jahren einfach die Energie. Ausserdem war da mein Ehemann, zudem war ich schwanger, also wollte ich einen schönen Garten anlegen. Ich besuchte einen entsprechenden Kurs und eins führte zum anderen. Die Leidenschaft zur Musik konnte ich auch im Garten ausleben. Das ist auch heute noch der Fall, mich findet man zuhause immer im Garten.
Du hast viele schwule Fans, welche dir auch in erfolglosen Zeiten treu waren. Fühlst du dich manchmal als „Gay-Ikone“?
Mir wurde das schon öfter gesagt, aber ich denke nicht wirklich darüber nach. Es ist aber eine tolle Sache – und nur schon eine Ikone zu sein ist doch genial (lacht)!
Um zurück auf dein neues Album „Come out and play“ zu kommen – du singst darauf mit einer anderen Ikone der 80er: Nik Kershaw!
.. und mit Glenn Gregory von Heaven 17! Wunderbar, nicht? Diese beiden Künstler stammen aus der gleichen Epoche und ich bewundere sie sehr. In den letzten Jahren liefen wir uns immer wieder bei diesen 80er Shows über den Weg. Es ist toll, diese beiden einzigartigen Stimmen auf dem Album zu hören.
Vermisst du die guten, alten 80er?
Nein, so war ich nie. Mit meinem neuen Album wollte ich frisch sein, den ganzen Retro-Sound von damals gibt es ja bereits. Natürlich hatten die 80er einen grossen Einfluss auf meine Karriere, ich liebe diesen Sound noch immer, aber ich werde nie eine Person sein, die den 80ern nachtrauert. Geniale neue Musik wird da draussen gespielt, man muss nur hinhören.
Wirst du wieder auf Tour gehen?
Ja, im Februar 2011 starte ich die „Come Out And Play“- Live Tour. Ich habe eine grossartige Band mit dabei, wir werden die Bühne rocken! Ich avanciere derzeit von der einstigen Pop-Prinzessin zu einem richtigem “Rock Chick“! Heute konzentriert sich die Musik sowieso immer mehr auf Konzerte. Anders als in den 80ern. Das war das Zeitalter der Video-Clips, nun hat sich das alles verändert. Die Leute wollen wieder die Künstler sehen, sie fühlen. Ich finde das fantastisch.
Siehst du Parallelen zwischen dir und den heutigen Pop-Prinzessinnen wie Lady Gaga?
Ich werde bald 50 und bin nun seit 30 Jahren im Geschäft. Automatisch werde ich schon wegen meiner Vergangenheit mit ihnen verglichen. Mir selbst ist das egal, ich tu mein Ding. Und ich war nie eine Stil-Ikone wie etwa Madonna oder Kylie - das sieht doch sehr nach viel Arbeit an, nicht?
Und du scheinst noch immer sehr bodenständig. Was ist dein Geheimnis?
Ich kann verstehen, weshalb einige Leute durch den Erfolg abheben, sie schützen sich auf diese Art und Weise. Sie setzen Grenzen, so wie etwa Michael Jackson. Ich selbst musste das gottseidank nie. Aber natürlich gibt es auch einfach nur arrogante Personen – und ich habe speziell als Gartenarchitektin viele von diesen Personen getroffen (lacht)!
Kim Wilde, besten Dank für das Gespräch!
www.kimwilde.com
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Geschrieben von: KB on Donnerstag, 03. Juni 2010 um 16:37
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Regisseur Daniel Schmid
Geschichtenerzähler und Weltenbummler
Ende der Sechzigerjahre zog Daniel Schmid nach Berlin. Er studierte an der Deutschen Film- und Fernsehakademie und fand mit den Filmemachern Rainer Werner Fassbinder und Werner Schroeter zwei enge Freunde. 2006 ist Schmid verstorben. Nun zeigt das Kino Xenix in Zürich nebst einem Dok-Film über sein Leben sein ganzes Filmschaffen.
Daniel Schmid kam 1941 im Hotel Schweizerhof in Flims-Waldhaus zur Welt. Seine Grossmutter erzählte ihm immer wieder phantastische Geschichten und dann wurde er selbst Geschichtenerzähler. In Berlin wohnte er in einer WG mit dem späteren RAF-Terroristen Andreas Baader... und lernte auch Rainer Werner Fassbinder kennen. Seine Inszenierungen führten ihn nach Marokko, Italien, Japan – und immer wieder zurück in die Schweiz. Wenn es ihm in Zürich zu eintönig wurde, flüchtete er nach Flims ins Hotel und wenn es ihm in der mondänen Gesellschaft des Speisesaals zu eng wurde, flüchtete er hinauf unters Dach des Grandhotels, in die Dachstube der Fantasie, wo die Spinnen der Erinnerung ihre Netze auswarfen. Hinter jeder Tür lauerte eine Geschichte, die Treppen führten hinab in die Vergangenheit und hinauf in die Zukunft. Und unten sass Dieter Meier am Piano. Das Xenix Kino in Zürich zeigt nun sämtliche Filme von Daniel Schmid. Sehr persönliche Einblicke in das ereignisreiche Leben des 2006 verstorbenen Film- und Opernregisseurs gibt der soeben angelaufene Dokumentarfilm «Daniel Schmid – Le chat qui pense» von Pascal Hofmann und Benny Jaberg.
Dokumentarfilm über Schmid
13. und 27. Juni:
Daniel Schmid – Le chat qui pense (2010)
Der Dokumentarfilm von Pascal Hofmann und Benny Jaberg gibt Einblick in das Leben von Daniel Schmid. Er erzählt von dessen Kindheit im familieneigenen Belle-Époque-Hotel in den Bündner Bergen, vom Verlassen der Heimat, vom Berlin der Sechzigerjahre, von der Liebe zum Kino und dem schicksalhaften Aufeinandertreffen mit Rainer Werner Fassbinder, vom Umzug nach München.
Werke von Schmid im Xenix
3. bis 6. Juni: La Paloma (1974).
Wenn die Nachtklubsängerin Viola Schlump (Ingrid Caven) auftritt, sitzt der reiche, schwer verliebte Graf Isidor Palewski im Publikum. Seit Jahren folgt er der unter dem Namen «La Paloma» auftretenden Schönheit und macht ihr vergeblich den Hof. Erst als bei ihr Schwindsucht im letzten Stadium diagnostiziert wird, ist sie bereit, des Grafen Mätresse zu werden.
6. und 20. Juni:
Guglielmo Tell.
Gioacchino Rossini, der berühmteste Komponist seiner Zeit, schreibt die Oper Guglielmo Tell, die dank ihrer eingängigen Musik und ihrer melodramatischen Handlung besonders populär wird. Daniel Schmid: «Als ich anfing, Opern zu inszenieren, habe ich versucht, es mit dem Auge des Filmemachers zu tun.
7. bis 9. Juni:
Thut alles im Finstern, eurem Herrn das Licht zu ersparen (1970).
Daniel Schmids Erstling ist eine fiktive Dokumentation über die letzte Dienerschule Europas und zeigt einen italienischen Palazzo mit der Dienerschaft und einer alten Frau. Labyrinthisches Kino, das bereits die grundlegenden Elemente von Daniel Schmids Arbeit enthält. Gleichentags: Notre dame de la Croisette (1981). Eine junge Touristin, die sich vergeblich um eine Akkreditierung für die Filmfestspiele bemüht und schliesslich das Geschehen auf dem TV-Aapparat in ihrem Hotelzimmer anschaut. Daniel Schmid glossiert den Ablauf eines Festivals.
10. bis 13. Juni: Violanta (1977).
Zur Hochzeit seiner Halbschwester Laura reist Silver von Venedig in seine Heimat – ein abgelegenes Bergtal an der schweizerisch-italienischen Grenze. Doch ihre Begegnung stürzt die beiden jungen Leute in eine heftige Verwirrung der Gefühle. Gleichzeitig wird die einflussreiche Richterin Violanta, Lauras Mutter und Silvers Stiefmutter, von Gespenstern der Vergangenheit heimgesucht.
14. bis 16. Juni: Heute nacht oder nie (1972).
Daniel Schmids erster Langspielfilm ist eine opernhaft-exaltiert gestaltete Allegorie auf das Verhältnis zwischen Herren und Dienern, die in den dekadent-üppig dekorierten Salons des Hotels Schweizerhof in Flims-Waldhaus gedreht wurde. Gleichentags: Miriam (1968). Daniel Schmids eigentlicher Erstling ist der Versuch eines ungewöhnlichen Horrorfilms: Ein kleines Mädchen bittet eine ältere Dame, ihr eine Kinokarte zu kaufen. Das Mädchen drängelt sich in die nächtliche Wohnung der Dame und fordert Essen und Geschenke. Am nächsten Tag bittet die Dame um Hilfe...
17. bis 20. Juni: Hécate (1982).
Bei einem Diner begegnet der Botschafter Julien Rochelle völlig unvorbereitet seiner ehemaligen Geliebten aus der Zeit, die er in Marokko verbrachte. Sie reden kaum miteinander. Doch nachdem sie gegangen ist, versinkt Julien in Erinnerungen.
21. bis 23. Juni: Schatten der Engel (1975).
Die Prostituierte Lily Brest (Ingrid Caven) ist zerbrechlich, vom vielen Herumstehen in der Kälte lungenkrank – und ganz einfach zu schön für ihre Kunden. Denn die Freier bevorzugen üppig-bodenständige Mädchen wie Emma oder Marie-Antoinette. Lily lebt mit Raoul (Rainer Werner Fassbinder), ihrem mittellosen Zuhälter, in einer schäbigen Unterkunft.
24. bis 27. Juni: Jenatsch (1987).
Der Journalist Christoph Sprecher gerät durch ein Interview mit einem spleenigen Anthropologen, der einst die Ausgrabung von Jürg Jenatschs Gebeinen geleitet hatte, unvermittelt in den Bannkreis des legendären Bündner Pfarrers, Freiheitskämpfers und Machtpolitikers aus dem 17. Jahrhundert. Eine Reise, durch Raum und Zeit von Martin Suter.
28. bis 30. Juni: Suisse. (1991).
Schlittschuhprinzessinnen, Outdoor-Sportler, mondäne Welt auf der Hotelterrasse und Thé dansant auf dem Dampfschiff, Kutschenfahrt und Autorennen auf dem Klausenpass. Und natürlich auch Daniel Schmids Heimatort Flims – bei einem Konzert auf der Terrasse des Casinos oder im Bad am Caumasee. Gleichentags: Mirage de la vie (1983). Porträt des deutsch-amerikanischen Filmregisseurs Hans Detlef Sierck / Douglas Sirk. Daniel Schmid gehörte zu seinen Bewunderern und hat – wie auch Rainer Werner Fassbinder – zur Neubewertung der gering geschätzten Arbeiten Sirks beigetragen.
1. bis 4. Juli: Hors saison (1992).
Nach langer Zeit kehrt ein Mann in das Hotel in den Schweizer Bergen zurück, in dem er aufgewachsen ist. Der Gang durch das leerstehende Gebäude, das nun verkauft und abgerissen werden soll konfrontiert ihn unvermittelt mit seiner Vergangenheit. Daniel Schmids autobiografischer, ironisch-wehmütiger Spielfilm vermittelt magische Momente und sinniert über Leben und Tod, über Gegenwart und Vergangenheit, geschrieben von Martin Suter und Daniel Schmid.
5. bis 7. Juli: The Written Face (1995).
In einer Mischung aus Dokumentation und sehr persönlichem Essay verbeugt sich Daniel Schmid vor dem aussterbenden japanischen Kabuki-Theater. Im Mittelpunkt seines Films steht der 45-jährige Tamasaburo Bando, der als Interpret von Frauenrollen höchste Verehrung geniesst.
8. bis 10. Juli: Beresina oder Die letzten Tage der Schweiz (1999).
Ein russisches Callgirl kommt in die Schweiz. Begeistert vom märchenhaften Alpenland, bemüht sie sich um die Einbürgerung. Irina wird ohne ihr Wissen als Informantin eingesetzt und gerät immer mehr in ein undurchsichtiges Gewirr von Interessengruppen. Sie erfindet dubiose Geschichten über ihre Kunden und löst schliesslich einen Staatsstreich aus… Eine schwarze Komödie.
12. bis 15. Juli: Il bacio di Tosca (1984).
Ein Film über die an der Piazza Buonarroti gelegene Mailänder Casa Verdi, der Schmid zum grossen Durchbruch verhalf. (Grosser Preis der Internationalen Filmfestspiele von Florenz). Das Haus Verdi wurde von Giuseppe Verdi zu Beginn des vorletzten Jahrhunderts als Altersheim für mittellose MusikerInnen gegründet. Ein äusserst lebendiges, packendes Porträt von Sängerinnen und Instrumentalisten, denen einst die Opernbühne die Welt bedeutete. Der Film zeigt die verknitterten Gesichter in der «Casa Verdi», wo die brüchigen Stimmen «O sole mio» zum klirrenden Klingen bringen und die Gesichtszüge entgleisen. Der ätherisch-ästhetische Kuss der Tosca wird vom unkontrolliert zuckenden Kiefer der alten Sängerin zu einem Todeskuss verzerrt.
Kino Xenix am Helvetiaplatz,
Kanzleistrasse 52, 8004 Zürich
Programmtelefon und Reservation:
044 242 04 11 oder www.xenix.ch
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Eine Nacht mit Barbra Streisand |
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Geschrieben von: DD on Donnerstag, 29. April 2010 um 00:00
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Zur Veröffentlichung von Barbra Streisands letztem Album "Love Is The Answer" fand im legendären New Yorker Village Vanguard Club vor ausgesuchtem Publikum (u.a. Ex-Präsident Bill Clinton, US-Aussenministerin Hillary Clinton und Schauspielerin Sarah Jessica Parker) ein intimes Konzert statt, bei dem Barbra Streisand neben einigen Songs aus dem Album auch einige ihrer früheren Hits performte. Dieses exklusive Konzert liegt nun als DVD/CD, als DVD und als Blu-Ray vor.
Laut eigener Aussage leidet Barbra Streisand unter enormem Lampenfieber, trotzdem zieht es die Diva immer wieder auf die Bühne zurück. Kunststück, für Millionengagen lässt es sich gerne mit der Nervosität leben. Gagen, welche berechtigt sind. Als die Streisand im September ihr Album „Love Is The Answer“ veröffentlichte, erklomm sie die Spitze der US Charts und verkaufte mehr CDs als etwa Mariah Carey, die zum selben Datum ein Album veröffentlichte.
Zur Lancierung von „Love Is The Answer“ lud die Streisand zu einem exklusiven Konzert vor etwas mehr als hundert Fans, welche ihr Ticket via Wettbewerb gewannen, als auch einigen VIPs, vornehmlich aus dem demokratischen Amerika (Barbra Streisand ist überzeugte Demokratin). So erfreute sie auch die Clintons, welche sie immer schon fanatisch unterstützte.
„One Night Only“, so der Titel des Konzerts, führt Barbra Streisand zurück zum Cabaret. Die Songs dabei sind ausgesuchte Klassiker: „Here’s To Life“, „If You Go Away (Ne Me Quitte Pas)“ oder auch „Evergreen“. Schliesslich verfügt auch die Streisand über eigene „Klassiker“.
Das Konzert darf schon jetzt als legendär bezeichnet werden und ist nun auch für die weiteren tausenden von Fans „zugänglich“. Mit „One Night Only - Barbra Streisand and Quartet at the Village Vanguard - September 26, 2009“ veröffentlicht Sony Music eine DVD/CD, sowie DVD und Blu-Ray, welche das ganze Spektakel in bester Qualität zeigen. Und von eingangs erwähntem Lampenfieber der Streisand ist natürlich nichts zu spüren.
Wir verlosen drei DVD/CDs von Barbra Streisands legendärem Konzert. Schreib uns einfach eine E-Mail an
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
und erzähle uns, wie sehr du Barbra Streisand magst. Mit etwas Glück ist die DVD/CD bald bei dir zuhause!
Webseite von Barbra Streisand
(Quelle: Sony Music) |
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Geschrieben von: KB on Freitag, 16. April 2010 um 10:31
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Simon Froehling
Der erfolgreiche Autor von Theaterstücken präsentiert sein Romandebüt
Bereits vor Jahren ist das Talent von Simon Froehling aufgefallen. Bisher schrieb er vor allem Theaterstücke. Nun liegt der erste Roman des mit mehreren Preisen ausgezeichneten 32-Jährigen vor: «Lange Nächte Tag».
Diese Geschichte über die Erotik des Todes, über die Lust am Risiko und über zer-störerische Kräfte ist keine leichte Kost.
Der Autor
Simon Froehling wurde 1978 geboren, ist schweizerisch-australischer Doppelstaatsbürger und lebt in Zürich. Nach Arbeits- und Studienaufenthalten in Australien, England, Deutschland und Ägypten hat er sich seit 2005 vor allem als Theaterautor einen Namen gemacht. 2009 absolvierte er den Bachelor-Studiengang Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Er ist Gewinner des Dramatikerpreises der Schweizerischen Autorengesellschaft 2006, des Publikumspreises der St. Galler Autorentage 2007 sowie eines Heinz-Weder-Anerkennungspreises für Lyrik 2005. «Lange Nächte Tag» ist sein Romandebüt.
Der Roman
Er wird als wütend, skandalös und ungemein zärtlich bezeichnet. Patrick, der Ich-Erzähler, rekonstruiert die Zeit seiner Amour fou mit Jirka. Patrick schleicht sich in der ersten gemeinsamen Nacht aus Jirkas Wohnung – aus Angst, sich an diesem Mann zu verbrennen. Jirka fühlt sich missbraucht. Sein Absturz in Drogen und Sexorgien mündet in die Ansteckung mit dem HIV-Virus.
Das Spiel von Nähe und Distanz zwischen den beiden geht weiter, bis Jirka seine Ansteckung gesteht. Als Patrick erfährt, dass er trotz ungeschütztem Sex mit seinem Liebhaber negativ ist, macht sich eine seltsame Enttäuschung bemerkbar. Er fürchtet, diesen mysteriösen Mann zu verlieren und setzt zu einem verhängnisvollen Schritt an, nämlich Jirkas damaligen fatalen Tanz durch eine Winternacht nachzuzeichnen.
Simon Froehling beschwört den Augenblick, von dem es kein Zurück mehr gibt. Er schildert die emotionale Achterbahnfahrt der beiden Protagonisten. In filmisch anmutenden Bildern entwirft er eine schwule, städtische Welt, die eigenartig kontrastiert mit der Erinnerung an seine verstorbene Schwester, die Grosse, und ihr gemeinsames Aufwachsen in einer ländlichen Umgebung. Subtil gesetzte Reflexionen wechseln mit Szenen, bei deren brutal anmutenden Handlungen einem der Atem stockt. Ein Roman mit beeindruckender Darmaturgie.
Simon Froehling gebraucht eine recht ausdrucksstarke Sprache, knapp und kristallklar. Sie erzeugt dreidimensionale Szenen, die leben, die sich bewegen. Man sieht die beiden jungen Männer, man spürt sie, man fühlt sie und man leidet mit ihnen – hofft mit ihnen und freut sich mit ihnen.
Es ist keine leichte Kost, keine einfache Sache – sehr spannend, und alles ist an seinem Ort, wie es zu erwarten ist. Natürlich wünscht man, dass die Beiden ihr Glück lange, lange, ja unendlich lange geniessen können.
Lange Nächte Tag – ist eine Geschichte über die Erotik des Todes, über Eros und Thanatos, der Gott des Todes in der griechischen Mythologie, eine Geschichte über die Lust am Risiko, über den Wunsch, mit einem geliebten Menschen zu verschmelzen und den zerstörerischen Kräften, die dadurch freigesetzt werden können.
Nach der Lektüre des Romans brannten uns noch ein paar Fragen unter den Nägeln. Wir stellten sie dem Autor:
CR: Simon, warum dieses Thema?
SF: Ich habe mich schon in einem früheren Theaterstück mit dem Thema einer möglicherweise intendierten HIV-Ansteckung auseinandergesetzt. Aber das Stück ist mir meines Erachtens nicht gelungen, weshalb ich die Thematik weiterhin mit mir herumgetragen habe. Jahre später gab es eine Begegnung mit einem Menschen, die den Stoff für mich wieder aktuell und dringlich gemacht hat. Nun habe ich das Gefühl, mit dem Buch etwas abgeschlossen zu haben.
CR: Der Hauptakteur, Patrick, ist gleichzeitig der Erzähler der Geschichte.
SF: Ja, er versucht, sich die ganzen Geschehnisse durchs Erzählen verständlich zu machen. Der Gestus ist jener einer Aneignung. Mir ging es auch schon in den Theaterstücken immer wieder um die Frage des Erzählens. Was ist das überhaupt? Was lässt sich erzählen und was nicht? Was passiert mit einem, wenn man erzählt? Patrick ist eine Figur, die von Verlustängsten geplagt ist. Und das Erzählen ist auch immer eine Vergewisserung: Er versucht sozusagen, Jirka an sich zu binden, ihre Liebesgeschichte festzumachen und zu bannen.
CR: Mir ist aufgefallen, dass dein intensiver, starker Text bei mir Bilder hervorruft, als hättest du eine Filmszene beschrieben.
SF: (lacht) Auch bei meinen Theaterstücken habe ich oft gehört, sie seien sehr filmisch. Schreiben ist der Versuch, Bilder zu übersetzen in Sprache. Im Theater kommen die Worte weg vom Papier, werden interpretiert durch die Regie und die Schauspieler. Beim Roman ist man sozusagen sich selber überlassen.
CR: Was können wir von dir als Nächstes erwarten? Einen zweiten Roman oder wieder einmal ein Theaterstück?
SF: (überlegt, lächelt) Ich weiss es, ehrlich gesagt, noch nicht. Der Roman ist relativ spät fertig geworden, und jetzt geniesse ich die freie Zeit. Im Moment stehen einige Lesungen an, das gehört dazu und macht mir auch Spass. Durch das Lesen, merke ich, hält mich das Buch aber weiterhin sehr besetzt. Ich denke, ich werde mich erst mal frei schreiben müssen. Was dann kommt, wer weiss? Das ist auch das Spannende am Schreiben. Man hat alle Möglichkeiten, auch wenn ich der Meinung bin, dass die Stoffe einem sagen, welches Medium sie verlangen – wenn man gut hinhört.
Simon Froehling, Lange Nächte Tag
ISBN 978-3-03762-009-0,
bilgerverlag Zürich
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Geschrieben von: Martin Ender on Donnerstag, 15. April 2010 um 14:54
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13. Pink Apple Filmfestival
Das schwullesbische Filmfestival in Zürich und Frauenfeld ist zum bedeutendsten der Schweiz avanciert
1997 wurde das schwullesbische Filmfestival Pink Apple von einer Handvoll Filmbegeisterter im thurgauischen Frauenfeld gegründet. 1998 wurden gerade mal 10 Filme gezeigt. Im vergangenen Jahr waren es deren 90, und über 7000 Besucher kamen zu den Vorführungen.
Noch steht das Programm 2010 im Detail nicht fest. Aber einige Highlights, die am diesjährigen Pink Apple Festival sicher gezeigt werden, konnten wir ausfindig machen. Unter dem Fokus Südamerika werden drei Filme gezeigt: darunter das Drama «El Cuarto de Leo». Es ist der erste Spielfilm des uruguayischen Regisseurs Enrique Buchichio. Ein Film über die Suche eines jungen Uruguayers nach seiner sexuellen Identität. Ferner «Plan B» von Marco Berger (Argentinien 2009), eine Geschichte, die einen andern Lauf nimmt als geplant. Und drittens «Do Comeco ao Fim», ein brasilianischer Spielfilm über die Liebe zwischen zwei Halbbrüdern.
Dann gibt es den Dokumentarfilm «The Story of The Sisters of Perpetual Indulgence» zu sehen. Oder den ersten Spielfilm des französischen Regisseurs Jason Bushman: «Hollywood je t‘aime» (siehe auch DVD-Tipps in diesem CR). Für Musical-Liebaber wird «The Big Gay Musical» von Fred M. Caruso und Casper Andreas gespielt. Und schliesslich kommt eine Hommage an Quentin Crisp mit «An Englishman in New»York» auf die Leinwand. Wir gehen im Folgenden auf drei Filme näher ein.
«An Englishman in New»York»
«An Englishman in New York» ist eine biografische Verfilmung über den homosexuellen britischen Schriftsteller Quentin Crisp und seine späten Jahre in New York. Crisp war einer der ersten, der in England seine Homosexualität offen lebte, und das zu einer Zeit, als man sich damit aus der Gesellschaft hinauskatapultierte.
Der Film, 2009 gedreht, ist eine Fortsetzung des im Jahre 1979 veröffentlichten Fernsehfilmes «The Naked Civil Servant». In beiden Filmen spielt John Hurt die Hauptrolle. «An Englishman in New York» (benannt nach dem gleichnamigen Song, der wiederum von Quentin Crisp inspiriert wurde) erzählt, wie Crisp in den 80er-Jahren nach New York zieht, wo er eine One-Man-Bühnenshow aufführt, bei der er auf originell-witzige Weise Fragen des Publikums zum Leben beantwortet. Er hat die Weisheit der Erfahrung und legt stets die höfliche Eloquenz des Briten an den Tag. Als Quentin Crisp 1980 von England nach New York zog, war er schon 72 Jahre alt. Er ist ein schwuler Dandy, schräger Paradiesvogel und englischer Exzentriker.
Es ist John Hurt, keine Frage, der den Film zu einer Sensation macht. Ihm zuzuschauen, wie er den schrulligen Crisp als eine Art «britische Lady» spielt, stets mit einer geistreichen Lebensweisheit auf den Lippen, ohne dass es je übertrieben oder lächerlich wirkt, ist eine wahre Freude. Der Zuschauer begleitet Quentin und seine Freunde mit Bewunderung und Nachsehen, verlässt das Kino bereichert, exzellent unterhalten und sehr gerührt.
«Do Comeco ao Fim» (From Beginning To End)
«Do Comeco ao Fim» ist die ungewöhnliche Liebesgeschichte der Halbbrüder Francisco und Thomas. Angesiedelt in Rio de Janeiro und Buenos Aires, erzählt der Film die Geschichte ihrer Kindheit im Umfeld ihrer liebevollen Familie und über ihr Erwachsenwerden, währenddessen sich Francisco und Thomas immer mehr ihrer verbotenen Zuneigung zueinander bewusst werden. Dieser brasilianische Spielfilm wird von der Community sehnlichst erwartet. Eine wunderbar kitschige Liebesgeschichte mit grossem Schauwert. Die Download-Zahlen des Trailers zum Film sind bereits rekordverdächtig.
«The Story of The Sisters of Perpetual Indulgence»
Am Ostersamstag 1979 traten in San Francisco die ersten «Sisters» in Erscheinung. Seit 1981 breitete sich die Idee der «Sisters of Perpetual Indulgence» weltweit aus.
Die AIDS-Arbeit wurde ein Schwerpunkt in der Arbeit der «Schwestern».
Der Orden wird im Dokumentarfilm «The Story of The Sisters of Perpetual Indulgence» porträtiert. Die beiden österreichischen Filmemacher Manfred Hoschek und Sigrid Smejkal haben in Berlin, Wien, San Francisco und Uruguay gedreht. Sie werden am Festival zugegen sein und auch der Zürcher Orden wird Pink Apple die Ehre erweisen und in «Uniform» einen Besuch abstatten.
Zürich, 28. April bis 5. Mai
Frauenfeld, 6. Mai bis 9. Mai
www.pinkapple.ch
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