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Bücher

Simon Froehling PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: KB on Freitag, 16. April 2010 um 10:31   

 

Simon Froehling
Der erfolgreiche Autor von Theaterstücken präsentiert sein Romandebüt

Bereits vor Jahren ist das Talent von Simon Froehling aufgefallen. Bisher schrieb er vor allem Theaterstücke. Nun liegt der erste Roman des mit mehreren Preisen ausgezeichneten 32-Jährigen vor: «Lange Nächte Tag».
Diese Geschichte über die Erotik des Todes, über die Lust am Risiko und über zer-störerische Kräfte ist keine leichte Kost.

Der Autor
Simon Froehling wurde 1978 geboren, ist schweizerisch-australischer Doppelstaatsbürger und lebt in Zürich. Nach Arbeits- und Studienaufenthalten in Australien, England, Deutschland und Ägypten hat er sich seit 2005 vor allem als Theaterautor einen Namen gemacht. 2009 absolvierte er den Bachelor-Studiengang Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Er ist Gewinner des Dramatikerpreises der Schweizerischen Autorengesellschaft 2006, des Publikumspreises der St. Galler Autorentage 2007 sowie eines Heinz-Weder-Anerkennungspreises für Lyrik 2005. «Lange Nächte Tag» ist sein Romandebüt.

Der Roman
Er wird als wütend, skandalös und ungemein zärtlich bezeichnet. Patrick, der Ich-Erzähler, rekonstruiert die Zeit seiner Amour fou mit Jirka. Patrick schleicht sich in der ersten gemeinsamen Nacht aus Jirkas Wohnung – aus Angst, sich an diesem Mann zu verbrennen. Jirka fühlt sich missbraucht. Sein Absturz in Drogen und Sexorgien mündet in die Ansteckung mit dem HIV-Virus.
Das Spiel von Nähe und Distanz zwischen den beiden geht weiter, bis Jirka seine Ansteckung gesteht. Als Patrick erfährt, dass er trotz ungeschütztem Sex mit seinem Liebhaber negativ ist, macht sich eine seltsame Enttäuschung bemerkbar. Er fürchtet, diesen mysteriösen Mann zu verlieren und setzt zu einem verhängnisvollen Schritt an, nämlich Jirkas damaligen fatalen Tanz durch eine Winternacht nachzuzeichnen.
Simon Froehling beschwört den Augenblick, von dem es kein Zurück mehr gibt. Er schildert die emotionale Achterbahnfahrt der beiden Protagonisten. In filmisch anmutenden Bildern entwirft er eine schwule, städtische Welt, die eigenartig kontrastiert mit der Erinnerung an seine verstorbene Schwester, die Grosse, und ihr gemeinsames Aufwachsen in einer ländlichen Umgebung. Subtil gesetzte Reflexionen wechseln mit Szenen, bei deren brutal anmutenden Handlungen einem der Atem stockt. Ein Roman mit beeindruckender Darmaturgie.
Simon Froehling gebraucht eine recht ausdrucksstarke Sprache, knapp und kristallklar. Sie erzeugt dreidimensionale Szenen, die leben, die sich bewegen. Man sieht die beiden jungen Männer, man spürt sie, man fühlt sie und man leidet mit ihnen – hofft mit ihnen und freut sich mit ihnen.
Es ist keine leichte Kost, keine einfache Sache – sehr spannend, und alles ist an seinem Ort, wie es zu erwarten ist. Natürlich wünscht man, dass die Beiden ihr Glück lange, lange, ja unendlich lange geniessen können.
Lange Nächte Tag – ist eine Geschichte über die Erotik des Todes, über Eros und Thanatos, der Gott des Todes in der griechischen Mythologie, eine Geschichte über die Lust am Risiko, über den Wunsch, mit einem geliebten Menschen zu verschmelzen und den zerstörerischen Kräften, die dadurch freigesetzt werden können.


Nach der Lektüre des Romans brannten uns noch ein paar Fragen unter den Nägeln. Wir stellten sie dem Autor:
CR: Simon, warum dieses Thema?
SF: Ich habe mich schon in einem früheren Theaterstück mit dem Thema einer möglicherweise intendierten HIV-Ansteckung auseinandergesetzt. Aber das Stück ist mir meines Erachtens nicht gelungen, weshalb ich die Thematik weiterhin mit mir herumgetragen habe. Jahre später gab es eine Begegnung mit einem Menschen, die den Stoff für mich wieder aktuell und dringlich gemacht hat. Nun habe ich das Gefühl, mit dem Buch etwas abgeschlossen zu haben.
CR: Der Hauptakteur, Patrick, ist gleichzeitig der Erzähler der Geschichte.
SF: Ja, er versucht, sich die ganzen Geschehnisse durchs Erzählen verständlich zu machen. Der Gestus ist jener einer Aneignung. Mir ging es auch schon in den Theaterstücken immer wieder um die Frage des Erzählens. Was ist das überhaupt? Was lässt sich erzählen und was nicht? Was passiert mit einem, wenn man erzählt? Patrick ist eine Figur, die von Verlustängsten geplagt ist. Und das Erzählen ist auch immer eine Vergewisserung: Er versucht sozusagen, Jirka an sich zu binden, ihre Liebesgeschichte festzumachen und zu bannen.
CR: Mir ist aufgefallen, dass dein intensiver, starker Text bei mir Bilder hervorruft, als hättest du eine Filmszene beschrieben.
SF: (lacht) Auch bei meinen Theaterstücken habe ich oft gehört, sie seien sehr filmisch. Schreiben ist der Versuch, Bilder zu übersetzen in Sprache. Im Theater kommen die Worte weg vom Papier, werden interpretiert durch die Regie und die Schauspieler. Beim Roman ist man sozusagen sich selber überlassen.
CR: Was können wir von dir als Nächstes erwarten? Einen zweiten Roman oder wieder einmal ein Theaterstück?
SF: (überlegt, lächelt) Ich weiss es, ehrlich gesagt, noch nicht. Der Roman ist relativ spät fertig geworden, und jetzt geniesse ich die freie Zeit. Im Moment stehen einige Lesungen an, das gehört dazu und macht mir auch Spass. Durch das Lesen, merke ich, hält mich das Buch aber weiterhin sehr besetzt. Ich denke, ich werde mich erst mal frei schreiben müssen. Was dann kommt, wer weiss? Das ist auch das Spannende am Schreiben. Man hat alle Möglichkeiten, auch wenn ich der Meinung bin, dass die Stoffe einem sagen, welches Medium sie verlangen – wenn man gut hinhört.


Simon Froehling, Lange Nächte Tag


ISBN 978-3-03762-009-0,

bilgerverlag Zürich



 

 
Beautiful Vision PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Martin Ender on Montag, 01. März 2010 um 17:39   

 

Schöne Männer

37 Fotografen aus aller Welt zeigen 250 erotische Bilder, einfach erotisch oder kunstvoll genial inszeniert.
 Der Web-Blog www.beautifulmag.eu hat sich auf männliche Aktfotografie spezialisiert. Seit fünf Jahren durchforstet das Pariser Kreativduo, das hinter dem Projekt steckt, Internet und Zeitschriften, immer auf der Suche nach neuen Talenten, deren Arbeiten sie auf ihrer Website präsentieren. Die atemberaubende Anzahl Bilder, die es bis heute geschafft haben, in den Blog aufgenommen zu werden, macht deutlich, dass es so etwas wie die eine Definition von Schönheit nicht gibt. Schönheit ist für jeden Geniesser etwas anders.
Auf den 260 Seiten dieses Bildbandes liegt nun erstmals ein umfassender Überblick über die Männer von beautifulmag.eu in gedruckter Form vor.   (kb)
Beautiful Vision, Anthologie
Bruno Gmünder Verlag, Berlin

 

 
Eine Welt dazwischen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: René Gerber on Montag, 01. März 2010 um 17:09   


Auswandern, sich verlieben: zwei neue Welten in einem grossen Abenteuerroman.

Mit 15 hat Aline Sax ihr erstes Buch geschrieben, mit 23 ihre Doktorarbeit in Geschichte und mit «Eine Welt dazwischen» eine der schönsten schwulen Liebesgeschichten der letzten Jahre. Die Familie des 18-jährigen Alexander will ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten auswandern, verkauft die letzte Ziege fürs Schiffticket. Doch alles geht schief, der Vater wird krank, der Bruder verhaftet, schliesslich findet sich Alexander ganz allein in den Strassen der bedrohlich wirkenden Metropole New York wieder, die Träume von grosser Freiheit zerplatzen auf dem harten Pflaster der Realität. Was als erstaunlich genau recherchierter historischer Migrationsroman beginnt, kippt in Richtung Romanze, als Alexander bei seiner Arbeit als Tellerwäscher Jack kennenlernt. Zum zweiten Mal entdeckt er so eine neue Welt, doch die Gay-Bars befinden sich 1920 in Hinterzimmern, die Liebe muss versteckt werden. Und dann muss sich Alexander plötzlich entscheiden zwischen Liebhaber Jack und Zwillingsbruder Adrian.

Warum die schnörkellos und mitreissend erzählte Geschichte als Jugendroman vermarktet wurde, ist eher unverständlich. Vielleicht ist es das Buch, von dem man sich wünscht, man hätte es als erstes überhaupt gelesen, als 14-Jähriger heimlich unter der Bettdecke mit Herzklopfen, Gänsehaut und Taschenlampe, aber eigentlich ist es auf dem besten Weg zum Regal der schwulen Klassiker. Leicht zu lesen und daher nicht nur Futter für angefressene Bücherwürmer, ist es ein Roman für den grauen Wintersonntag, der bildhaft und fühlbar in eine andere Zeit und eine andere Welt entführt, die Welt dazwischen, zwischen Buchdeckel und Buchrücken. Am Ende hält man kurz den Atem an, und will dann sofort zur kürzlich erschienenen Fortsetzung greifen: «In einem Leben wie diesem». 

Aline Sax, Eine Welt dazwischen. Roman
Arena Verlag, 2006

 

 
Anders als die Andern PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: KB on Donnerstag, 12. November 2009 um 17:13   

 

Eine Liebesgeschichte zwischen zwei Männern im Jahre 1904

In Köln verliebt sich Herbert Wolters in Erich Mertens, der sich geschmeichelt fühlt, doch die Gefühle nicht erwidern kann. Noch als Student und Hauslehrer in Berlin kann der Ältere von dem Jüngeren nicht lassen. Einem literarischen Zirkel stellt er sich als Autor mit Liebesgedichten vor. Auf die Frage nach dem wohl heissblütigen Geschöpf, dem die Verse gelten, antwortet er: «Dieses Mädchen ist ein Knabe». Seine Existenz ist vernichtet und nachdem er von Erich erneut heftig zurückgewiesen wird, sucht er, während Köln im Karnevals-Trubel versinkt, den Tod.
Der Roman konzentriert sich auf die psychologische Darstellung einer homosexuellen Seele, die an dem Fluch ihrer Eigenart und der Verständnislosigkeit des Geliebten zugrunde geht. Forster gewährt einen deutlichen Einblick in die homosexuelle Gefühlswelt und zergliedert in schöner Weise die missverstandene Leidenschaft eines Jünglings in den verschiedenen Phasen seiner Entwicklung. Der 1904 erschienene Roman wurde in der schwulen und allgemeinen Presse mit Lob bedacht, als Gegenwartszeugnis für homosexuelle Gefühle einerseits, als Warnung für Eltern und Erzieher andererseits.
Hinter dem Pseudonym Bill Forster steckt der 1878 geborene Hermann Breuer, der wie Herbert Wolters im Roman nach Berlin ging und dort zur «Gemeinschaft der Eigenen» gehörte. Ihr Ideal war die homosexuelle Liebe. In diesem Zusammenhang ist auch «Der Eigene» zu erwähnen, eine der ersten homosexuellen Zeitschriften, die ab 1896 herausgegeben wurde. Breuer/Forster arbeitete oft als Hauslehrer und zu seinen Schülern zählte auch der jüngste Sohn Joseph Pulitzers. Nach 1909 verlieren sich seine Spuren. Das Buch-Cover zeigt ihn als Deutschlehrer auf der Liberty, der Yacht von Pulitzer, dem Verleger und Politiker in den Vereinigten Staaten.

Bill Forster, Anders als die Andern

?Bibliothek rosa Winkel, Bd. 49?

Männerschwarm Verlag, Hamburg

 

 

 
Unter Männern PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: KB on Donnerstag, 12. November 2009 um 00:00   


Urlaub auf Gran Canaria auf den Spuren von Elvira Klöppelschuh

An einem Regentag in Berlin auf der Beerdigung von Elvira Klöppelschuh, der legendären Chronistin des schwulen Lebens auf Gran Canaria, beschliessen Sebastian, Hasso, Dolo und Knackarsch Lex, für zwei Wochen nach Gran Canaria zu reisen zu einem Elvira-Gedächtnisurlaub. Hasso hat als Erster einen Urlaubsschwarm. Der schöne Nada soll zwar Strassenbahn-Schaffner in Leipzig sein, aber was macht das schon. Dummerweise bekommt Hassos frisch angetrauter Manuel Wind von der Sache und darauf folgt die Homoscheidung. Dolo trifft seine grosse Liebe auf dem Filmfest, und Lex kann sich vor lauter Verehrern kaum retten. Aber er ist überzeugt, von zwei Ausserirdischen verführt worden zu sein. Sebastian gerät an den etwas schrägen Ralf, der auf der Insel untergetaucht ist und von kleinen

 
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