|
Geschrieben von: Cruiser-Redaktion on Freitag, 16. Juli 2010 um 12:02
|
|
Argentinien erlaubt als erstes lateinamerikanisches Land
gleichgeschlechtliche Ehen. In einer Marathonsitzung ebnete der argentinische Senat mit 33 zu 27
Stimmen den Weg für die Eheschliessung
homosexueller Paare. Für sie gelten demnächst dieselben Rechte und Pflichten
wie für heterosexuelle Ehepaare.
Die katholische Kirche und andere christliche Verbände
hatten vor der Abstimmung eine grosse Kampagne gegen das Gesetz in Gang
gebracht. Trauriger Höhepunkt war ein Marsch von 60.000 Menschen zum
Kongressgebäude. Der Wortführer der Kampagne, Kardinal Jorge Mario
Bergoglio, sagte dabei: «Kinder haben das Recht, von einer Mutter und
einem Vater aufgezogen und erzogen zu werden.» Eine Befürworterin des
Gleichstellungsgesetzes, Senatorin Norma Morandini, sagte, «was uns
ausmacht, ist unsere Menschlichkeit, und Intoleranz verhindert
Menschlichkeit.» Auch Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner meldete sich zu Wort und sagte: «Es macht mir Sorgen, wenn ich
Ausdrücke wie 'Gottes Krieg' oder 'Projekt des Teufels' höre, die an die
Zeiten der Inquisition erinnern.»
Während der Senat das Gesetz
debattierte, kampierten Befürworter und Gegner in der Kälte vor dem
Parlamentsgebäude. Die Polizei sorgte dafür, dass sich beide Gruppen
nicht zu nahe kamen. Nach der Verkündung des Abstimmungsergebnisses
brach unter den Befürwortern Jubel aus. Ihre Gegner beteten. In
Uruguay und einigen Staaten anderer süd- und
mittelamerikanischer Länder wurden gleichgeschlechtliche Partnerschaften
bereits teilweise rechtlich gleichgestellt. Argentinien ist jedoch das
einzige Land in dieser Weltregion, in dem homosexuelle Ehepaare künftig
landesweit dieselben Rechte und Pflichten wie heterosexuelle Paare
haben.
 |