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Europride 2010 in Polen: Das kann ja heiter werden PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Oliver Eschler on Donnerstag, 29. Oktober 2009 um 11:45   

Im polnischen Breslau musste am Samstag ein Marsch für die Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen von der Polizei geschützt werden. Sie setzte gegen die nationalistischen Gegendemonstranten Schlagstöcke und Tränengas ein. Das berichtet das Online-Magazin "queer.de". Gegendemonstranten prügeln sich mit der Polizei.

 

Rund 300 Schwule und Lesben demonstrierten friedlich auf dem Platz der Universität von Breslau. Sie trugen Banner mit Slogans wie "Breslau - Stadt der Toleranz", "Erziehung an den Schulen, nicht in den Kirchen" und "Wir wollen ein Gesetz für unsere Partnerschaften".
Doch dabei wurden sie von rund 150 Gegendemonstranten gestört. Es waren vor allem junge Mitglieder der rechtsradikalen Partei NOP ("Nationale Wiedergeburt Polens"), die Unterstützung von Nationalisten aus Spanien und den Niederlanden erhielten.
 
Sie schwenkten Banner mit Parolen wie "Freies Polen ohne Schwule und Lesben" oder "Blumen für Frauen, Peitschen für Lesben". Teilnehmer skandierten "Wir gehören auf die Straße, ihr in die Gosse" oder einfach "Perverse!".

 

 

 

Die zuvor friedliche Gegendemonstration begann zu eskalieren - erste Eier flogen. Daraufhin stellten sich rund 350 Polizisten zwischen die Parteien - und bekamen die Fusstritte und Wurfgeschosse der Gegendemonstranten zu spüren. Die Exekutive reagierte mit Schlagstöcken, später musste sie sogar Tränengas einsetzen. Zwei Personen wurden festgenommen.

 

Der friedliche Marsch für Gleichberechtigung löste sich im Zuge der Auseinandersetzungen auf.
Der Marsch war der Höhepunkt einer schwul-lesbischen Veranstaltungswoche. Seine Genehmigung durch die Stadtverwaltung sorgte für Empörung in konservativen Kreise, zum Beispiel der "Liga der polnischen Familien".

 

Die Veranstalter dankten der Polizei für den Schutz des Marsches, kritisierten aber, dass auch die Gegendemonstration genehmigt worden war. Solche Gegendemonstrationen haben auch in anderen Städten Polens, wie Krakau oder Warschau, zu einem gewalttätigen Ende der Lesben- und Schwulenveranstaltung geführt. In Warschau wird im nächsten Jahr die EuroPride stattfinden.
 
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